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CSRD 2026 Update: Neue Berichtsschwellen, Zeitplanverschiebung & was Unternehmen jetzt tun müssen

  • Autorenbild: Anna Neumann
    Anna Neumann
  • 5. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktuelle regulatorische Entwicklungen rund um die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), einschließlich der „Omnibus“-Vereinfachungsvorschläge der EU, senden eine klare Botschaft: Der Anwendungsbereich wird enger, aber die Erwartungen an Unternehmen im Geltungsbereich bleiben hoch.


Wer muss berichten?

Unter der aktualisierten Ausrichtung konzentriert sich die CSRD in erster Linie auf große Unternehmen:


EU-Unternehmen müssen beide Kriterien erfüllen:


• Mehr als 450 Mio. € Nettoumsatz zum Bilanzstichtag, und

• Mehr als 1.000 Beschäftigte (Durchschnitt über das Geschäftsjahr)


Nicht-EU-Unternehmen müssen erfüllen:


• Mindestens 450 Mio. € Nettoumsatz, der in der EU erzielt wird, und

• Zusätzlich eines der folgenden Kriterien:o Eine EU-Tochtergesellschaft mit mehr als 200 Mio. € Umsatz, odero Eine EU-Betriebsstätte mit mehr als 200 Mio. € Umsatz


Eine wichtige Entlastung: Börsennotierte KMU fallen nicht mehr unter die verpflichtende CSRD-Berichterstattung, wodurch sich die Anzahl der betroffenen Unternehmen in der EU um ca. 80–85 % reduziert.


Was bedeutet „1.000 Beschäftigte“ konkret?


Der Schwellenwert basiert auf der Anzahl der Beschäftigten (Headcount), nicht auf Vollzeitäquivalenten (FTEs).


Dies umfasst:

• Teilzeitbeschäftigte

• Geringfügig Beschäftigte

• Beschäftigte in der Probezeit

• Beschäftigte im Mutterschutz


Nicht einbezogen werden:

• Geschäftsführer

• Auszubildende und Praktikanten

• Beschäftigte in Elternzeit


Diese Definition kann Ihre Einstufung erheblich beeinflussen—viele Unternehmen unterschätzen ihre tatsächliche Mitarbeiterzahl.


Nicht sicher, ob Sie in den Anwendungsbereich fallen? Eine strukturierte Wesentlichkeitsanalyse kann Ihre Position und Prioritäten klären. Das Caribou Materiality Assessment Module hilft Ihnen, schnell zu identifizieren, was wirklich zählt—bevor Sie in strategische Umsetzung und Reporting investieren.


Zeitplan-Update: „Stop-the-Clock“


Die „Stop-the-Clock“-Entscheidung der EU verschiebt die Umsetzung der CSRD um zwei Jahre:

• Unternehmen der ersten Welle berichten weiterhin wie geplant

• Alle anderen beginnen 2028 (für das Geschäftsjahr 2027)

Auch wenn diese Verschiebung Luft verschafft, sollte sie nicht als Grund zum Abwarten gesehen werden. Unternehmen, die früh beginnen, haben einen klaren Vorteil.

Sustainability officer working in CSRD report past Omnibus regulations

Was ist mit den Berichtsstandards?


Eine weitere wichtige Änderung: Branchenspezifische ESRS-Standards werden voraussichtlich nicht mehr eingeführt. Stattdessen könnte EFRAG unverbindliche Leitlinien veröffentlichen.


In der Zwischenzeit orientieren sich Unternehmen zunehmend an:

• SASB (Sustainability Accounting Standards Board)

• GRI (Global Reporting Initiative)

Diese Rahmenwerke bleiben hoch relevant für den Aufbau einer robusten und prüfungssicheren Berichtsstruktur.


Was sollten Unternehmen jetzt tun?


Der effektivste Ausgangspunkt ist nicht die Datensammlung—sondern der Fokus.

Unternehmen sollten:

• Eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchführen, um ihre relevantesten ESG-Themen sowie die damit verbundenen Auswirkungen, Risiken und Chancen zu identifizieren• Auf Basis der doppelten Wesentlichkeit priorisieren, was wirklich zählt, und strategische Schwerpunkte festlegen

• Nachhaltigkeitsbezogene Prozesse aufbauen, anstatt zu versuchen, alles gleichzeitig abzudecken

• Ein Datensystem für die Datenerhebung schaffen und eine funktionierende Nachhaltigkeits-Governance implementieren


Eine gut durchgeführte Wesentlichkeitsanalyse stellt nicht nur die Compliance sicher—sie verhindert auch Ressourcenverschwendung und beschleunigt Ihre gesamte CSRD-Reise.

Beginnen Sie mit Klarheit, nicht mit Komplexität. Das Caribou Wesentlichkeitsanalyse Module ermöglicht schnelle, strukturierte und prüfungssichere Analysen—und hilft Ihnen, sich auf die ESG-Themen zu konzentrieren, die wirklich Wirkung und Compliance treiben.


Fazit


Die CSRD wird zielgerichteter—aber auch strategischer. Unternehmen im Anwendungsbereich müssen nicht nur Compliance nachweisen, sondern auch klare Priorisierung und hochwertige ESG-Daten liefern.


Diejenigen, die jetzt handeln—beginnend mit der doppelten Wesentlichkeitsanalyse—werden am besten positioniert sein, um effizient, konform und wettbewerbsfähig zu bleiben.



 
 
 

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